Warum überhaupt schlafen?

„Ich war der Notwendigkeit des Schlafens immer abgeneigt“, sagt Frank Underwood, amerikanischer Präsident in der Serie „House of Cards“. Damit meint er: Wer schläft, kann nichts leisten, nichts abarbeiten – in einer durchgetakteten Woche nervt Schlafen deshalb. So kommt es, dass Schlafforscher wie Till Roenneberg nach gehaltenen Vorträgen gefragt werden, wie ein Leben mit wenig Schlaf möglich sei. Methoden wie „Everyman“, „Dymaxion“ und „Uberman“ sind Schlaf-Konzepte, bei der der Mensch mit weniger als den empfohlenen sieben bis acht Stunden Nachtschlaf auskommen soll. Bei „Uberman“ etwa geht es darum, alle vier Stunden sechs kurze Nickerchen zu machen – und mehr Wachzeit zu erleben.

Viele nutzen mittlerweile Schlaf-Apps, um ihren Schlaf zu optimieren. Es scheint, als mache der Optimierungswahn keinen Halt vor biologischen Tatsachen. Warum schlafen? Was nichts nützt, braucht man nicht. Doch Schlafen ist wichtig für das Immunsystem und den Erhalt der Gehirnfunktionen. Außerdem lässt sich der volkswirtschaftliche Schaden von Schlafmangel und schlechtem Schlaf beziffern, weshalb sich nun viele wieder auf den Wert des Schlafs besinnen. Bleibt noch die Frage: Wann werden wir endlich aufhören, Dinge nur deshalb zu tun, weil sie uns etwas nützen, anstatt sie auch mal um ihrer selbst willen zu tun?

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