Rosa oder Hellblau? Warum es mehr als zwei Antworten geben muss

Wenn es um Geschenke für Babys und (Klein-)Kinder geht, sind die Schenkenden nicht gerade kreativ. Glückwunschkarten sind entweder in rosa oder blau gehalten. Und wer nicht weiß, was er oder sie dem kleinen Knopf schenken soll, greift zum Auto für ihn und zur Puppe für sie. Die Verpackung bildet ja zum Glück ab, für wen das Geschenk gedacht ist. Das erleichtert die Geschenkewahl. Und die Kleinen freut‘ s. Die rosa-blaue Kinderwelt trennt von Anfang an in Mädchen und Jungen.

Für Marketer zählt die Kategorie Geschlecht, weil sie so offensichtlich ist. Und weil in einer Überflussgesellschaft so neue Bedürfnisse geschaffen werden konnten. Lediglich zwei Ausprägungen reduzieren nun die Komplexität des Alltags. Sie sollen Eltern bei jeder Kaufentscheidung helfen: Prinzessin Lillifee, das Trampolin-Modell „Rocketgirl“ oder die „Die drei !!! – Detektivgeschichten für clevere Mädchen“ für die eine Hälfte. Bob der Baumeister, der „Rocketboy“ und die „Die drei ???“ für die andere. Wenn alles seine Ordnung hat, vermittelt das eine gewisse Sicherheit.

Allerdings bleibt bei dieser Zweiteilung offen, wem das nutzen soll. Kinder könnten von der allgegenwärtigen Pluralität profitieren. Statt dessen stecken wir die Kleinen in ein Korsett, indem wir ihnen sagen, was sie tragen, mit welchen Spielzeug sie spielen und welche Bücher sie lesen sollen.

Was wäre, wenn bestimmte Lebensmittel ständig einer beliebig ausgewählten Gruppe von Menschen „empfohlen“ werden würde? Trotz der Fülle an Lebensmitteln in unseren Supermärkten. Unterschwellig durch die Abbildung auf der Verpackung, das Design und was sich sonst noch Marketingleute einfallen lassen. Das wäre traurig, weil es den Menschen einschränkt.

Bei aller Gleichmacherei möchte man an die Marketingverantwortlichen appellieren: Erkennt die Einzigartigkeit eines jeden Kindes an. Lasst sie selbst entscheiden, was sie mögen.

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