Lernen am Modell

Kennen Sie Karrieremänner? Oder Working Dads? Genau hier liegt das Problem.

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Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung „Karrieremann“ (ebenso wie „Working Dad“) eher unüblich, während „Karrierefrau“ (ebenso wie mittlerweile „Working Mom“) im Vergleich geläufig ist. Oft werden Frauen abwertend als Karrierefrauen bezeichnet, wenn sie einer regulären Beschäftigung nachgehen – statt Kinder zu bekommen oder Kinder in Vollzeit zu hüten. Der Duden spiegelt diese negative Konnotation wider:

Während „Karrieremann, der“ nur eine Bedeutung hat (Mann, der Karriere gemacht hat oder dabei ist, Karriere zu machen), kennt der Duden zwei Bedeutungen für „Karrierefrau, die“. Die erste Bedeutung entspricht der des Karrieremanns. Die zweite, abwertende Bedeutung ist: Frau, die ohne Rücksicht auf ihr Privatleben, ihre Familie ihren Aufstieg erkämpft hat.

Vor dem Hintergrund des politisch gewünschten Kita-Ausbaus wurden viele Studienergebnisse zu diesem Thema veröffentlicht. Die Wissenschaftler folgerten: Kindern schadet es nicht, wenn deren Mütter arbeiten. Nun gehen Forscher der Harvard-Universität weiter. Sie fanden heraus: Kinder profitieren von arbeitenden Müttern. Die Töchter schaffen es öfter in die Chefetagen und verdienen mehr als Töchter von Hausfrauen. Die Söhne haben einen größeren Familiensinn und beteiligen sich öfter an Haushalt und Pflege von Angehörigen.

Bald schon könnte es im Duden nur eine Bedeutung für die Karrierefrau geben und die arbeitende Mutter wird kein Rollenvorbild mehr sein müssen, sondern ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden – wie der im Haushalt arbeitende Vater. Das wünsche ich meinen Kindern.

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