Kein gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Mit dem Ausspruch „Das ist Kapitalismus“ begründete ein Richter des Berliner Arbeitsgerichts die erheblich niedrigere Entlohnung der ZDF-Reporterin Birte Meier. In einem Gespräch mit einem Kollegen erfährt sie, dass er netto mehr bekommt als sie brutto – obwohl beide einer vergleichbaren Tätigkeit nachgehen. Mit einem Unterschied: Er ist fest angestellter Redakteur, während sie seit neun Jahren als feste freie Mitarbeiterin arbeitet. Birte Meier zog deshalb vor Gericht. Die Klage wurde abgewiesen. Und das, obwohl Meiers Lebenslauf mehrere Preise enthält, die ihre journalistische Leistung würdigen. Spielt offensichtlich keine Rolle.

Nach europäischem Recht müssten, wenn es um Gehaltsfragen geht, beide Tätigkeiten miteinander verglichen werden. Dennoch argumentierte der Richter bei seiner Urteilsbegründung, es sei keine Diskriminierung, wenn Frauen aufgrund schlechterer Verhandlungen und Schwangerschaften weniger verdienten. Kinder hat Birte Meier nicht. Und ob sie schlecht verhandelt hat, kann der Richter eigentlich auch nicht wissen. Ein Urteil, das nicht nur Fragen aufwirft, sondern auch gehörig hinterfragt werden sollte.

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