Gedanken zum Tag der Arbeit

Am Sonntag ist Tag der Arbeit. Dieser Feiertag geht auf die Arbeiterbewegung zurück, die für den Achtstundentag kämpfte. „Acht Stunden arbeiten, acht Stunden schlafen und acht Stunden Freizeit und Erholung“, so ihr Slogan.

Auch Arbeiten im Haushalt oder die Pflege von Angehörigen fallen unter die Zeit, die für Freizeit und Erholung reserviert ist. Nur dass diejenigen, die kochen, waschen, einkaufen oder Kinder erziehen, dies wohl kaum als Freizeit und schon gar nicht als Erholung bezeichnen würden. Es macht also Sinn, dass diejenigen in Teilzeit arbeiten, die sich auch um diese Arbeiten kümmern.

Viele Frauen nehmen ihr Recht auf Teilzeitarbeit in Anspruch – und ernten dafür nicht selten das Unverständnis ihrer Kolleginnen und Kollegen. Wenn sie sich richtig reinhängt, müsse eine Frau Familie und Beruf doch miteinander vereinbaren können, heißt es dann. Arbeitet hingegen der Mann in Teilzeit, ist er der faule Sack und darf sich Kollegenwitze auf seine Kosten anhören. Wer in Teilzeit arbeitet, hat zudem weniger Aufstiegschancen.

Dabei belegt etwa eine australische Studie, dass sich Teilzeitarbeit bei über 40-Jährigen positiv auf die Gesundheit und kognitive Leistung auswirkt. Andere Studien zeigen, dass allein die Präsenz im Büro nicht mit einer hohen Leistung einhergeht. Forderungen einer neuen Arbeiterbewegung sollten also flexibles, individuelles Arbeiten betonen und sich auch dem schlechten Standing von Teilzeitarbeit annehmen. Bis es aber soweit ist, müssen Teilzeitler ihren Kolleginnen und Kollegen weiterhin entgegnen: Lieber weniger arbeiten und mehr leisten, als viel arbeiten und oder nur so tun als ob.


 

Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit ist längst durch Home Office und die Forderung nach ständiger Erreichbarkeit aufgeweicht. Doch auch in den acht Stunden, in denen man theoretisch nicht erwerbstätig ist, ist es ein schmaler Grat zwischen Freizeit und Erholung einerseits und Arbeit andererseits – einige Beispiele aus dem Alltag einer Familie, nach dem Motto „Wo gehobelt wird, fallen Späne. Und wo Kinder spielen, entsteht Arbeit“:

Schreibe einen Kommentar