Flüchtlinge bauen die Gesellschaft um – selbstverständlich

Max Weber hat es geahnt: „Das Selbstverständliche wird am wenigsten gedacht.“

Selbstverständlich produzieren wir Güter, die wir weltweit verschiffen. Selbstverständlich besprechen wir uns mit Kollegen in anderen Ländern. Und selbstverständlich übernehmen wir Konzepte, die sich im internationalen Kontext bewährt haben. Weniger selbstverständlich scheint für einige Europäer die humanitäre Antwort auf die derzeitige Flüchtlingskrise zu sein.

Wer nicht verstanden hat, dass in einer Krise immer auch eine Chance liegt, dem seien hier Argumente für eine positive Sicht auf die aktuelle Flüchtlingssituation gegeben: Es kommen Menschen, die jung, mutig und motiviert sind, oft mehrere Sprachen sprechen und von deren Erfahrungswissen Unternehmen profitieren können. Dem gegenüber steht eine alternde Gesellschaft in Europa, ein voraussichtlicher Fachkräftemangel sowie unbesetzte Ausbildungsplätze.

„Wir schaffen das“ ist zum Credo der deutschen Bundespolitik geworden. Ihr Sofortprogramm sieht eine Reihe von lobenswerten Maßnahmen für eine schnelle Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt vor. Beispiellos ist auch das Engagement von Bürgern, Prominenten, Vereinen und nun auch von den ersten Unternehmen. Sie haben verstanden, dass mit den Flüchtlingen Veränderungen hin zu einer bunten Gesellschaft anstehen. Dieses Bewusstsein müssen die Personalchefs weitertragen – so dass auch der Umbau der Mitarbeiterstruktur selbstverständlich wird.

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