Der Mensch ist kein Mittel für einen Zweck

Wenn der dm-Gründer und selbst ernannte Anthroposoph Götz Werner einen Vortrag hält, erzählt er mitunter Geschichten, die in Erinnerung bleiben. Zum Beispiel diese Geschichte.

Ein Praktikant an Bord eines Schiffes soll der Kapitänin einen Kaffee bringen. Auf dem Weg an Deck schaukelt das Schiff, so dass der Praktikant die Tasse verschüttet. Von der Kapitänin kassiert er dafür eine Ohrfeige. Auf Schiffen geht es eben ruppig zu. Am nächsten Tag ist der Praktikant schlauer: Er macht die Tasse nur halb voll und bringt sie an Deck – ohne etwas zu verschütten. Doch auch das missfällt der Kapitänin, und „wusch“, bekommt der Praktikant die nächste schallende Ohrfeige. Am dritten Tag hat er eine geniale Idee: Er füllt seinen Mund mit Kaffee, geht die Treppe zum Deck hinauf und spuckt den Kaffee kurz vorm Überreichen in die Tasse. Für ein Lob hat das zwar nicht gereicht, aber der Ohrfeige ist er entwischt.

Die Moral von dieser Geschichte: Schaffe eine Unternehmenskultur, in der die Menschen durch Wertschätzung und Sinnstiftung intrinsisch motiviert bleiben! Um zu guten Ergebnissen zu kommen, ist das Erzeugen von Druck das falsche Mittel. Denn Druck führt dazu, dass Menschen Schaden abwenden wollen und zu manipulativen Mitteln greifen – und wenn es der Kaffee aus dem Mund ist.

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