Boni ohne Sinn und Verstand

Eigentlich müssten sich die Beschäftigten der Deutschen Bank bei ihrer Arbeit eine rote Nase aufsetzen und immerzu laut „Helau“ rufen. Denn wie sich ihr früherer Chef Josef Ackermann verhält, kann eigentlich niemand mehr ernst nehmen. Der Verfechter eines gnadenlosen Shareholder-Value – als Parole gab er 25 Prozent Eigenkapitalrendite aus – hat an vielen Stellen verbrannte Erde hinterlassen: Immobilienskandale, Nutzung von Steueroasen oder spekulative Zinswetten, die Kommunen und Mittelständler in finanzielle Bedrängnis brachten. Trotzdem sieht er keinen Grund, freiwillig auf vom Kreditinstitut einbehaltene Bonuszahlungen zu verzichten. Davon wurde er sogar von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kritisiert.

Zur Erinnerung: Eine Bonuszahlung ist eine leistungsorientierte Vergütung, die die Motivation steigern soll, im Sinne des wirtschaftlichen Erfolgs eines Unternehmens zu handeln. Das Problem an Bonuszahlungen ist: Sie sind nicht an Leistung oder Unternehmenserfolg gekoppelt. Wer nach oben kommt, hat es also leicht, sich zu bereichern. So sprechen sich Top-Manager beispielsweise gegenseitig Millionen als Pensionszahlung zu. Die Deutschen Bank ist da keine Ausnahme.

Welche Berechtigung haben Manager-Boni noch? Ab einem gewissen Einkommensniveau – unter 100.000 Euro im Jahr – steigt das emotionale Wohlbefinden ohnehin nicht. Wozu also mehr ausbezahlen? Schlimmer ist aber das, was durch die Zahlung dieser nicht greifbaren Beträge bei den Beschäftigten ankommt, die täglich die Leistung bringen, die von ihnen erwartet wird. Der Begriff „Bonus“ müsste eigentlich ersetzt werden durch den Begriff „DFN-Zahlung“. „Danke für nix“ passt in vielen Fällen besser.

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